Alten- und Pflegedienstleister suchen qualifiziertes Personal. Es zu finden, wird zunehmend schwieriger. Die Branche setzt auf Weiterbildung

20.01.2012

Wettlauf um die besten Kopfe

Ines Kurschat

Der Kampf um die Köpfe ist längst im Gange. „Wir brauchen qualifizierte Pflegekräfte in allen Bereichen“, betont Evandro Cimetta, Koordinator der Confédération des organisme prestataires d’aides et de soins (Copas). Sein Verbund vertritt die Interessen und Anliegen der Dachverbände von Pflegeunternehmen mit insgesamt rund 9 500 Beschäftigten. 

Aber nicht nur in zähen Kollektiverhandlungen um die Löhne des Pflegepersonals tritt die Copas in Aktion, auch bei anderen Themenfelder will das Bündnis Flagge zeigen. Dafür hat sich die Copas umstrukturiert: Neuerdings gibt es neben der neu mit der ehemaligen RTL-Journalistin Monique Putz geschaffenen Abteilung Kommunikation einen Bereich Ausbildung. „Wir wollen zunächst den diesbezüglichen Bedarf im Sektor ermitteln und dann entsprechende Empfehlungen an die Bildungsträger geben“, so Cimetta. 

Das ist keinen Moment zu früh. In Zeiten, in denen die Arbeitslosigkeit steigt und auch Luxemburg

nicht länger vor den Folgen der europaweiten Schuldenkrise und Stellenabbau gefeit ist, gibt es eine heimische Branche, die nach wie vor expandiert: der Sozialsektor. Allein der Alten- und Pflegesektor (ambulant und stationär zusammen) beschäftigt heute mehr Menschen als die Stahlindustrie und kann ohne Übertreibung als eines der Zugpferde der Luxemburger Wirtschaft genannt werden. Waren bei der Gründung der Pflegeversicherung 2000 noch 5 810, die von Pflege-Leistungen profitierten, sind es neun Jahre später schon über 11 100.

Den Beleg für den Boom liefert das Observatoire des compétences. Vor einem Jahr beim Institut universitaire international Luxembourg (IUIL) ins Leben gerufen, um Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zu analysieren und den Fortbildungsbedarf zu ermitteln, ist das im Schloss Munsbach  untergebrachte Institut auf die Erstellung von Fortbildungen und Kompetenzprofilen spezialisiert. Hinter seinen dicken Mauern tragen Mitarbeiter Daten

Kaum eine andere Branche boomt in diesen Zeiten so sehr wie der Sozialbereich


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