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Letzebuerger Land - Zwischen den Stühlen

Eric Schockmel

24.07.2009

Zwischen den Stühlen

Elisabeth Schmit

Vor zehn Jahren saß ich neben Eric Schockmel in einem abgedunkelten Klassensaal des Lycée de Garçons in Limpertsberg und sah mir mit ihm die letzte halbe Stunde von Kubricks Space Odyssey an. Vom Flur aus hatten wir HALs monotones Wehklagen („I can feel it!“) gehört. Vermutlich fand draußen gerade irgendein Schulfest statt und die Klasse hatte den Raum nach der Pausenglocke verlassen ohne den Beamer abzuschalten. Wir kannten den Film gut. Unser Französischlehrer, den wir für allwissend hielten und zutiefst verehrten, hatte ihn mit unserer Klasse besprochen und uns Interpretationen schreiben lassen. Mit einer selbstverständlichen Überheblichkeit, wie sie vermutlich nur bei Sechzehnjährigen noch einigermaßen sympathisch wirkt, mühten wir uns an Ligeti ab und bedachten Chatschaturjan mit Geringschätzung. Wochenlang diskutierten wir über Daves Reise durch das kosmische Farbenspektrum, die seltsamen weißen Gemächer, das Rätsel

aller Rätsel: den schwarzen Monolith. Dann das Finale: der monströse Fötus, der zu den dröhnenden Klängen von Strauss zwischen den Planeten schwebt.

Während ich damals noch dachte, Computer seien nicht viel mehr als Schreibmaschinen mit Steckern, machte Eric erste Experimente mit Photoshop. Ab wann er wusste, dass aus diesen noch reichlich hilflosen Gehversuchen einmal eine Berufsperspektive würde, kann er heute so genau nicht mehr sagen. Nach dem Abitur im Sommer 2001 studiert er ein Jahr lang Geschichte am Cours universitaire, doch das ist nur Vorlauf, eine Atempause, bevor es richtig losgeht. 

Ab 2002 macht er an der École de recherche graphique seinen Bachelor in grafischem Design und Videokunst, wechselt dann nach London an das renommierte Central Saint Martins College of Art and Design. Dort entwickelt er im Rahmen eines Master-Studiengangs das Projekt Syscapes, das er seit seinem Abschluss auf drei Kontinenten –

„Aus meiner Sicht definieren sich sogenannte ‚unpolitische’ Werke gerade dadurch, dass sie dringliche aktuelle Themen nicht ansprechen“



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