"Schäissegal"

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Aktuelle Meldung vom 02.05.2018 08:02

Lange krank, Bürostuhl ausrangiert? Der LCGB tritt weiterhin dafür ein, die Befristung von Krankengeld abzuschaffen. Vergangenen Freitag hatte der Regierungsrat zugestimmt, sie von derzeit 52 Wochen auf 78 Wochen zu verlängern. Das Kabinett nahm einen Gesetzentwurf von Sozialminister Romain Schneider (LSAP) an. LCGB-Präsident Patrick Dury meinte in seiner Rede zum 1. Mai in Remich, damit hinge auch weiterhin ein "Damoklesschwert" über schwer Kranken, und er warf Schneider erneut vor, ihm seien "die Leute scheißegal". Dury meint damit Schneiders lange Untätigkeit in der Sache. Nachdem der Sozial- und der Arbeitsminister Anfang 2015 einen gemeinsamen Vorschlag zur Verlängerung des Krankengeldbezugs in den Ständigen Beschäftigungsausschuss eingebracht hatten, der dort aber durchfiel, ließ Romain Schneider fast drei Jahre lang die CNS diskutieren, ob sie vielleicht etwas tun könne. Nach Lesart des LCGB ist Schneider nun eingefallen, dass bald Wahlen sind. Denn eine Lösung für die 52-Wochen-Frage habe die Regierung den Gewerkschaften schon Ende November 2014 in einer Bipartite versprochen. Am 25. Juni will der LCGB in einer Kundgebung vor dem Sozialministerium erneut öffentlichkeitswirksam die komlette Streichung der Krankengeldbefristung fordern. Dass sich damit auch der LCGB in den Wahlkampf begebe und Romain Schneider attackiere, weil der "die falsche Parteikarte" hat, hatte Patrick Dury auf einer Pressekonferenz am Montag vergangener Woche von sich gewiesen.

Peter Feist
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