Wo früher Industrie war...

Wasserturm auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks in Schifflingen/Luxemburg
Photo: Trash Picture Company
Actualité du 21.06.2019 15:56

Der Wasserturm steht noch auf dem Gelände des früheren Schifflinger Stahlwerks und zählt zu den geschützten Bauten dort. Nachdem Arcelor-Mittal den Betrieb 2012 eingestellt hatte, unterzeichnete der Stahlkonzern 2016 mit der damaligen Regierung und den Gemeinden Esch/Alzette und Schifflingen ein Memonrandum of Understanding: Der Standort soll neubelebt werden. 2017 ergab eine Machbarkeitsstudie, dass dem nicht im Wege steht. Im Frühjahr dieses Jahres wurde der Name publik: Quartier Alzette. Dort könnten 2035 an die 12 000 Einwohner und  7 000 Arbeitsplätze beheimaten sein. 

Der strukturelle Wandel der Luxemburger Wirtschaft, der die Schwerindustrie schrumpfen lässt, während der Tertiärsektor weiterhin boomt und in der Industrie neue Hightech-Nischen geschaffen werden, hat zahlreiche Industriebrachen entstehen lassen, die sich neu nutzen lassen können. Belval ist nach wie vor das bedeutendste, noch immer nicht abgeschlossene Projekt. Aber auch in Düdelingen und in Wiltz wird daran gearbeitet, und nur ein paar Kilometer Luftlinie vom Quartier Alzette könnte auf der früheren Lentille Terre-Rouge ein drittes großes Vorhaben in beziehungsweise um Esch konkreter werden.

Das Esch-Schifflinger Projekt treibt Agora voran, dieselbe zur Hälfte vom Staat und zur Hälfte von Arcelor-Mittal getragene Entwicklungsgesellschaft, die auch Belval managt.  Die Fehler, die dort gemacht wurden, sollen in Schifflingn möglichst vermieden werden.

Peter Feist
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