Was das wohl wird ...

Foto: Sven Becker
Aktuelle Meldung vom 24.01.2020 00:00

Die Leiterin von Esch 2022, Nancy Braun, ist um gute Presse bemüht. Denn für das Projekt Kulturhauptstadt wird die Zeit knapp. Ende 2019 lief die Frist für die Einreichung von Projekten ab. Laut offziellen Angaben wurden an die 500 eingereicht, ein Comité de lecture sichtet sie jetzt, was sich noch hinziehen könnte. 

Kulturministerin Sam Tanson (Grüne) glaubt an einen Erfolg von Esch 2022, in Wirklichkeit eine grenzübergreifende Unternehmung von 19 Gemeinden aus Luxemburg (elf) und Frankreich (acht) mit einem Budget von 60 Millionen Euro. Dass an das Vorhaben lokale Erwartungen auf Belebung und Statusgewinn gerichtet werden, verwundert kaum. Das Stadtzentrum von Esch/Alzette sprudelt nicht gerade vor Leben über. Die ziemlich artifizielle Cité des sciences in Belval nennen manche einen "Nicht-Ort", wie der Anthropologe Marc Augé sie beschrieben hat. In den lothringischen Gemeinden hatten die Leute zumindest vor einem Jahr wenig gehört von Esch 2022.fr. Dabei vermag Kultur als Innovationsmotor zu dienen. Und Esch 2022 ist auch als Teil der Erzählung von der glücklichen Globalisierung gedacht, die die DP-LSAP-Grüne-Regierung zu schreiben versucht.         

Peter Feist
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