"Ich will mein Leben zurück"

Photo: Sven Becker
Actualité du 14.02.2020 00:00

Heute vor zehn Tagen wurde Etienne Schneider vom Großherzog seiner Ministerverantwortung entpflichtet. Am 23. Dezember hatte er erklärt, "ich will mein Leben zurück". Auf einer Pressekonferenz nannte er das Datum, zu dem er aus der Regierung ausscheiden werde, nachdem er zweieinhalb Monate zuvor gestreut hatte, nach wie vor der Meinung zu sein, dass zwei Ministermandate reichten, und damit in seiner Partei einen Kampf um Spitzenposten, aber auch um strategische Orientierungen auslöste. Die Wirtschaftsmission nach den Vereinigten Arabischen Emiraten Ende Januar war die letzte, die Schneider als Ressortminister anführte. Sie war voller Symbolik angesichts des bevorstehenden Abgangs. Am 4. Februar übernahm Franz Fayot den Wirtschaftsministerposten. Ihm gaben Unternehmerkreise zum Teil sehr unverblümt mit auf den Weg, gefälligst wirtschaftsfreundlich zu agieren. Etienne Schneider setze aber auch als Gesundheitsminister einige Zeichen. Weitaus permissiver als seine beiden Vorgänger, ermöglicht er, dass Brainstormings um eine Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung stattfanden, die für den OGBL-nahen Flügel in der LSAP die Gefahr des Einstiegs in eine Zweiklassen-Medizin bergen.

Peter Feist
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