Niemand weiß sicher, ob sich durch die Rückkehr zum Präsenzunterricht das Coronavirus schneller verbreiten wird. Es fehlen wichtige Daten

Normal geht anders

d'Lëtzebuerger Land du 24.04.2020

Es war einer dieser peinlichen Irrläufer: Statt nur der Lehrerin ihre Not mit der geplanten Videokonferenz ihres Sohns zu klagen, ging die E-Mail einer von Homeoffice und Homeschooling gestressten berufstätigen Mutter aus Versehen an alle Eltern – und prompt erhob sich ein Sturm: Sie habe drei Kinder, aber keine drei Computer. Wie solle sie da drei Zoom-Konferenzen parallel organisieren, fragt eine entnervt. Eine andere schrieb verzweifelt: Sie sei alleinerziehend, am Ende und brauche dringend Hilfe.

Egal, ob auf Facebook oder Twitter – die Nerven der Väter und Mütter, insbesondere derer, die mehrere Kinder erziehen, oder der Alleinerziehenden, sind bis zum Anschlag gespannt. Viele haben nach fünf Wochen Corona-Isolierung ihre Belastungsgrenze erreicht. Entsprechend erleichtert reagieren sie auf die Ankündigung von Premier Xavier Bettel (DP), ab diesem Montag würden die Ausgangsbeschränkungen peu à peu gelockert. Einen Tag nach Bettel bestätigte Erziehungsminister Claude Meisch via Livestream: Ab dem 4. Mai würden Schüler in die Klassen zurückkehren – erst die der Abschlussklassen, am 11. die Schüler der anderen Sekundar- und Berufsschulklassen und am 25. Mai die Grundschüler. Aber nicht wie vor der Corona-Pandemie in gewöhnlicher Klassenstärke, sondernzur Hälfte aufgeteilt auf Lerngruppen, die in der Schule lernen, und Übungsgruppen, die daheim Gelerntes vertiefen. Beide Gruppen sollen sich bis zu den Sommerferien im Rotationsprinzip abwechseln. Ebenfalls ab dem 25. Mai sollen die Crèches und Maisons relais wieder ihre Türen öffnen.

Die Kritik folgte prompt: Première-Schülerinnen des Lycée de garçons auf dem Limpertsberg forderten per offenen Brief, bis zum 25. Mai, den Tag, wo die Examensprüfungen beginnen, weiter zuhause lernen zu können. „Es geht uns nicht darum, keine Schule zu haben, sondern uns nicht dem Risiko der Schule selbst auszusetzen.“ Bei 120 Schülern sei es unmöglich „den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten, auch wenn wir in zwei Gruppen eingeteilt sind“, befürchten sie.

Protestbriefe und Petitionen Unterstützt wurden die Schüler von besorgten Eltern: Wie sollen das gehen, dass sich tausende Kinder regelmäßig die Hände waschen, im Bus, auf dem Schulhof und auf den Fluren Masken tragen und den Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten, fragen sie sich. Eine Petition auf change.org fand binnen weniger Tage 11 000 Unterschriften – inzwischen wurde die Unterschriftensammlung bei der Chamber eingereicht. Die Gesamtschülervertretung Cnel ist skeptisch, dass der Unterricht ab Mitte Mai in sicheren sanitären Konditionen abgehalten werden kann. Sie fürchten gar, Schulen könnten zu regelrechten Infektionsherden werden und erhalten prominente Unterstützung: Der deutsche Youtube-Star Rezo unterstützt die Jugend per Video-Nachricht in jugendtauglicher Sprache „Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen“. Den Lehrergewerkschaften SEW, SNE und Feduse nach muss „die Gesundheit der ganzen Bevölkerung, also auch der Schüler und Lehrer, absolute Priorität haben“; sie fordern, dass „nur das, was von den Gesundheitsexperten als zu verantworten“ ansehen, gemacht werden dürfe.

Eben dieses epidemiologische Szenario ist nach dem Auftritt von Premier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert am 15. April jedoch unscharf geblieben. Wohl arbeitet eine Forschergruppe an Berechnungen (S. 4). Aber weder ist klar, wer in der Gruppe ist, noch auf welche Rechnungen die Regierung ihre Einschätzung, den Lockdown zu lockern, konkret basiert. Erziehungsminister Claude Meisch (DP) nannte im Gespräch mit dem Land neben virologischen Gründen weitere: „Wir haben uns große Mühe gegeben, auf digitalem Weg die Schüler nicht zu verlieren. Aber auf Dauer kann das digitale Lernen den Präsenzunterricht nicht ersetzen.“ Auch sei die „psychologische Wirkung“, die die Isolierung habe, nicht zu unterschätzen. „Die Schüler sehen Freunde und Klassenkameraden seit Wochen nicht.“

Die Schüler sind nicht die ersten, die aus der Isolierung zurückkehren; rund 49 000 Bauarbeiter beginnen ab dieser Woche wieder auf den Baustellen zu arbeiten. Auf sie kommt es an, wenn in drei Wochen die ersten Evaluationen zeigen werden, ob sich das Virus unter ihnen weiter verbreitet hat. Steigt die Neuinfektionsrate zu stark, muss gegengesteuert werden. „Wir haben Teststrategien, die uns Informationen liefern sollen“, erklärt Claude Meisch, zugleich Forschungsminister. Die Prävalenzstudie Con-Vince, die mittels einer repräsentativen Stichprobe von 1 500 Personen feststellen soll, wie weit sich der Virus in der Bevölkerung ausgebreitet hat, hatte zunächst keine Kinder vorgesehen. Sie sollen laut Meisch in einem zweiten Schritt integriert werden. Zusätzlich soll eine Stichprobe von 700 Schülern und Lehrer getestet werden: vor Schulbeginn und mehrmals danach. Schließlich soll ein Großversuch „mit bis zu 100 000 Personen“ (Kosten: 40 Millionen Euro) prüfen, wie sich der Virus in der Bevölkerung verteilt. Die Ergebnisse dieser Tests würden publik werden, versichert Meisch.

Doch Virologen wie Claude Muller vom Luxembourg Health Institute mahnen, testen allein genüge nicht: „Wir wissen bislang nicht, welche Rolle genau Kinder bei der Übertragung des Virus spielen.“ Wenig sei bekannt über Profil der Infizierten und Erkrankten sowie über den Übertragungsweg des Virus. Stellen Kinder ein erhöhtes Risiko dar, weil sie als Träger des Virus Mitschüler, Lehrer, Eltern anstecken könnten, oder nicht? Und wie schnell würde sich das Virus durch die wieder eröffneten Schulen und den öffentlichen Transport trotz Sicherheitsmaßnahmen wie Schutzmasken und zwei-Meter-Abstand verbreiten?

„Aus Italien und China wissen wir , dass ein bis zwei Prozent der bestätigten Fälle Kinder bis 19 Jahre warent. In den USA, wo weniger getestet wurde, waren es fünf Prozent. In Ermangelung entsprechender Zahlen für Luxemburg würde man bei 3 500 positiv Getesteten von etwa 35 bis 175 Kinder ausgehen“, so Muller. Es lohne sich, diese Kinder zu analysieren: Altersverteilung, Teil eines familiären Klusters, Vorerkrankungen, Krankheitsverlau... „Daraus könnten wir wichtige Erkenntnisse für den Umgang mit Kindern in den Schulen gewinnen. Zum Beispiel, wenn die meisten der positiven Kinder Vorerkrankungen hätten, könnte man diese besonders schützen.“

Forschung in den Kinderschuhen Bisher weiß die Wissenschaft wenig über derlei Wechselwirkungen. Eine Zusammenschau der Medizin-Zeitschrift The Lancet, die den Zusammenhang zwischen Schulschließungen während des Infektionsgeschehens untersucht, kommt zu keinem eindeutigen Ergebnis: Wohl wurden in 107 Ländern seit dem 18. März die Schulen wegen dem Virus geschlossen. Bis dato sei aber unklar, ob und welchen Effekt das auf das pandemische Geschehen hatte. Daten von der Sars-Epidemie Anfang der 2000-er Jahre in China, Hongkong und Singapur suggerieren, dass Schulschließungen nicht zur Kontrolle der Epidemie beitrugen.

Ins CHL wurde in den vergangenen sechs Wochen etwa zehn Kinder wegen Covid-19 eingeliefert. Die meisten hätten keine „schwere Erkrankung“ gehabt, so Kinderärztin und Fachärztin für Infektologie, Isabel de la Fuente Garcia. Wenige Ausnahmefälle hätten intensiv versorgt werden müssen, der Gesundheitszustand entwickelte sich dann positiv. Von 100 ins Krankenhaus eingelieferten Kindern hatten sieben Prozent Covid-19, von mehr als 200 Kindern in der Notaufnahme waren sieben Prozent positiv Covid-19 getestet.

Was den Übertragungsweg angeht, ist die Ärztin verhalten-optimistisch: Die meisten Kinder wurden durch ihre Eltern mit dem Virus angesteckt und nicht umgekehrt. Die in Luxemburg infizierten Kinder hätten keine weiteren Kinder angesteckt. „Es ist daher anzunehmen, dass Kinder weniger ansteckend sind als Erwachsene“, so die Ärztin vorsichtig, die mit den Beobachtungen nicht allein ist: Studien zufolge wurden Kinder mehrheitlich von ihren Eltern oder Geschwistern angesteckt. Einige waren zuvor im Ausland oder hatten mit einem Rückkehrer aus dem Ausland Kontakt. Klinikberichte zeigen, dass Kinder seltener und weniger schwer an Covid-19 erkranken. Meistens bekommen sie Fieber und einen trockenen Husten, mitunter Durchfall; aber sie müssen seltener ins Krankenhaus und Todesfälle sind die Ausnahme.

Zehn mit Covid-19 im CHL Entwarnt wird dennoch nicht: Zum einen sind die Fallzahlen in den meisten Studien zu klein, um verallgemeinernde Aussagen zu treffen. Oder sie wurden wegen der Kürze der Zeit nicht gegengeprüft und sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Aus den USA, wo das Virus besonders viele Tote fordert, mehren sich Berichte, wonach insbesondere Kinder mit Vorerkrankungen, ähnlich wie bei älteren gebrechlichen Personen, ebenfalls ein erhöhtes Risiko tragen, schwer an Covid-19 zu erkranken. Chinesische Kinderärzte meldeten, asymptomatische positiv auf Covid-19 getestete Kinder hätten Lungenverletzungen gezeigt, doch „die Studie nennt keine Details“, so de la Fuente Garcia, „deshalb kann man dazu nichts sagen“. In Europa und in Luxemburg würden keine Scans bei asymptomatischen Fällen erfolgen.

Angesichts einer Forschung, die noch am Anfang steht, den Zusammenhang zwischen Kindern und dem Coronavirus zu analysieren, ist die allgemeine Verunsicherung nachvollziehbar und scheint es wenig wahrscheinlich, dass die Debatte für und wider Schulöffnungen sich schnell legen wird – zumal sich praktische Probleme stellen: Wie verhindern, dass Kinder durcheinanderlaufen? Wie realistisch ist es, dass sich Grundschüler an die strengen Hygieneauflagen und den Sicherheitsabstand halten? Die Lyzeen hierzulande sind Riesengebäude, die fast alle mehr als tausend Schüler und mehrere Hundert Lehrer fassen. Einige haben begonnen, sicherheitshalber Treppenauf- und abgänge mit Signalbändern zu kennzeichnen und abzutrennen. Hausmeisterteams bereiten Schilder vor, die mahnen, die Schutzmasken zu tragen und sie erst abzunehmen, wenn alle sicher im Klassensaal angelangt sind. Auf die Lehrer kommt, neben dem Unterricht, die Verantwortung zu, auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu achten. Um besonders zu Beginn Entlastung zu schaffen, überlegt das Ministerium, Sportlehrer, die nicht unterrichten, verstärkt in der Aufsicht einzusetzen.

Dass der Unterricht nicht wie gewohnt nach Lehrplan stattfinden wird, weiß auch der Erziehungsminister: „Wir sind nach wie vor in einer Ausnahmesituation. Perfektion darf man nicht erwarten und erwarten wir auch nicht.“ Claude Meisch gibt offen zu, dass „kniffelige Fälle“ noch nicht gelöst seien und Schulleitungen und Beamte im Ministerium unter Hochdruck nach Lösungen suchen.

Warnschilder in Flur und Klasse Wo etwa sollen jene Lehrerinnen und Lehrer, die ab dem 4. bzw. 11. Mai zurück in die Klasse kommen und die selbst Kinder haben, sie unterbringen, wenn doch alle Kindergärten bis 25. Mai geschlossen sind? Überlegt werde, die Tagesstätten in den Regionen, die geöffnet geblieben, aber Kinder von Krankenpflegern und Ärztinnen (systemrelevante Berufe) vorbehalten waren, zu verstärken. „Viele Lehrer wollen zurück in den Unterricht“, sagt Meisch; einen genauen Überblick, wie viele Lehrkräfte eine Kinderbetreuung oder zusätzlichen Elternurlaub anfragen werden, habe sein Ministerium noch nicht.

Manche werden selbst mit Kinderbetreuung und Schutzmaßnahmen nicht ohne weiteres zurückkehren: die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die aufgrund einer Vorerkrankung wie Diabetes oder Autoimmunerkrankungen besonderen Schutz benötigen. Wie viele das sind, auch das weiß das Ministerium nicht; es fordert die Eltern auf, sich beim Arzt zu erkundigen und gegebenenfalls ein Attest vorzulegen. Für sie und für Kinder mit schutzbedürftigen Familienangehörigen soll das Homeschooling zunächst bestehen bleiben. „Manche haben vielleicht eine Großmutter daheim oder jemand in der Familie ist krank. Da wollen wir nichts riskieren“, betont Claude Meisch.

Für die anderen Kindern wird dennoch nichts sein wie vor dem Coronavirus: erst das plötzliche Schulaus, dann die Aufteilung in zwei Gruppen, Lern- und Vertiefungs- oder Übungsgruppe, die noch geübt werden muss; das dürfte für Frust sorgen. Anschließende Aktivitäten, wie Nachhilfe oder Tageshort müssen mitgedacht werden, denn die Gruppenzusammensetzung soll möglichst stabil bleiben, um Wechsel und damit erhöhte Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Statt Mittagessen in der Kantine versorgen Frupps-Tüten die Schüler mit (kalten) Mahlzeiten. Der Sportunterricht, Klassenfahrten und andere Veranstaltungen, in denen der Sicherheitsabstand nicht einzuhalten ist, fallen aus.

Psychologen stehen bereit Kein Wunder, dass in vielen Direktionen in Grundschulen und Sekundarschulen die Köpfe rauchen. Zumal der emotionale Faktor bei alldem nicht vergessen werden darf: „Der Lockdown war eine Ausnahmesituation. Auch wenn viele Kinder daheim schöne Erfahrungen gemacht und gut gelernt haben, gibt es auch solche, für die war es nicht so leicht“, mahnt Alioune Touré, Psychologe und Koordinator der schulpsychologischen Dienste im Centre psycho-social et d‘accompagnement scolaires. Für Kinder mit Depressionen, aber auch für Kinder in kleinen Wohnungen oder mit Eltern, die um ihren Job bangen, bedeuten die Ausgangsbeschränkungen zusätzlichen Stress. „Das muss aufgefangen werden“, so Touré. Die Schulpsychologen bemühen sich nach Kräften; zu den meisten Kindern hätten sie einen „guten Kontakt“ aufgebaut. Dieser soll in den kommenden Wochen noch einmal verstärkt werden.

John Weber vom Familljenzenter, das Familien in Not berät und psychologisch unterstützt, verzeichnete in den vergangenen Wochen mehr Anrufe von Vätern und Müttern, die den Dienst bisher nicht beanspruchten: „Die meisten wollen Rat, weil es zuhause schwieriger wird, Beruf, Lernen und Familie unter ein Dach zu bekommen“, sagt Weber.

Schulleitungen sind sich der Belastung, die das Krisenszenario gerade für Kinder bedeuten, bewusst: Einige Lyzeen arbeiten mit den Schulpsychologinnen und Erzieher an Willkommensszenarien: Neben der Direktion, die die Kinder begrüßt, sollen Lehrer Zeit bekommen, um mit den Schülern die vergangenen Wochen zu besprechen. „Einfach zur Tagesordnung überzugehen, wird den Kinder nicht gerecht“, sagt Grundschullehrerin Renée Schaber: „Bis sie wieder normal lernen, wird es eine Anpassungszeit brauchen; die brauchen wir Erwachsene ja auch.“ Kopfzerbrechen bereitet ihr, dass sich die Schüler ihres sechsten Jahrgangs vor den Ferien möglicherweise nicht mehr sehen. „Das wäre schwer zu vermitteln.“ Die geplanten Elterngespräche nach Ostern fallen aus; aber mit den Eltern bestehe telefonisch Kontakt. Für die Orientierung setzen sie und ihre KollegInnen auf bereits Gelerntes.

Denn eins steht fest: An der Bewertung führt trotz Coronavirus kein Weg vorbei. Der Erziehungsminister hält daran fest, dass niemand automatisch ins nächste Schuljahr versetzt wird, sondern auf Basis einer Bewertung durch das Lehrpersonal und mit einem Zeugnis das Schuljahr beendet. „Die meisten haben ja schon mindestens eine Prüfung pro Fach hinter sich“, so Meisch mit Blick auf die Sekundarschulklassen. Wohlgemerkt pro Fach: Das wird sich summieren, und für manch eine Schülerin und manch einen Lehrer ist Prüfungsstress programmiert und wird die Zeit bis zu den Ferien knapp. Immerhin: Das Ministerium hat ausdrücklich festgehalten, dass die Berücksichtigung der Ergebnisse des Schuljahres nicht zum Nachteil des Schülers geschehen darf. Auf Wunsch kann ein Schüler in der Woche ab 18. Mai eine fakultative Prüfung (in maximal drei Fächern) schreiben, deren Note in die Berechnung der Semesternote einfließt.

Noten mit Covid-19-Faktor „Das ist eine gute und gerechte Lösung“, ist Meisch überzeugt. Weil während des Fernunterrichts keine Tests benotet werden dürfen, müssen die Lehrer die Leistungen der Schüler neben den Klassenarbeiten, die noch bleiben, anhand von Kriterien wie Präsenz und Fleiß bewerten. Das dürfte bei Kindern und Jugendlichen mit Lern- oder Konzentrationsschwierigkeiten, oder die daheim keine guten Lernbedingungen haben, schwer fallen. Der Minister ist gleichwohl optimistisch: „Die meisten Lehrer kennen ihre Schüler und es bleibt ja noch etwas Zeit.“ In der Pandemie zeigt sich, wie sehr das Schulsystem von Noten abhängt. Schüler und Lehrer in Luxemburg hinterfragen das Festhalten an der Benotung kaum. Dabei verzichtet sogar das sonst so strenge Bayern aufs Sitzenbleiben.

Und wenn trotz der Sicherheitsmaßnahmen die Zahl der Neuinfektionen in wenigen Wochen wieder steigt und die Schulen erneut schließen müssen? „Der Rhythmus wird durch den Virus vorgegeben“, betont Minister Claude Meisch. Sein Plan B ist der Exit vom Exit: Kann die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie des Lehrpersonals nicht garantiert werden, müsse man „die Lockerungen zurücknehmen können“.

Ines Kurschat
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