Der Elektroantrieb wird sich trotz Lockerung des Verbrennerverbots durchsetzen

Festival der Sich-Selbst-Bewegenden

Photo: Sven Becker
d'Lëtzebuerger Land du 23.01.2026

Wie jedes Jahr fand vor Beginn des Autofestivals eine Pressekonferenz statt, an der Philippe Mersch, Präsident der Fedamo, erneut auf die Unsicherheiten des Automobilmarktes hinwies. Diese ergäben sich aus dem technologischen Wandel, der Konkurrenz aus China und Lieferkettenproblem. Demgegenüber sorge das Autofestival für „Stabilität, Orientierung und Vertrauen“, so Mersch. Es sei ein Kompass, um gleich zu Jahresbeginn die Kauflust des durchschnittlichen Luxemburgers für die kommenden elf Monate zu ermitteln. Das Autofestival lädt noch bis zum 2. Februar ein – in 192 Showrooms erwarten die Besucher Sonderangebote und Mobilitätsinnovationen.

Zumindest im Vergleich mit den zwölf Monaten zuvor, nahmen 2025 die Zulassungen neuer PKW um 1,1 Prozent zu. Laut Zulassungsstelle SNCA aber nur hatten nur noch neun Prozent dieser Neufahrzeuge einen Dieselmotor, wie SNCA-Direktor Manuel Ruggiu ausführte. Hybridfahrzeuge (mit Diesel- oder Benzinmotor) machten fast 30 Prozent aus, und knapp 27 Prozent waren Elektrofahrzeuge. Der Anteil der Elektroautos ist im Vergleich zu 2024 somit stabil geblieben, während die Hybridantriebe deutlich zugenommen haben.
Der hohe Anteil an Hybridfahrzeugen hatte Philippe Mersch in einem Gespräch mit dem Land im Sommer 2025 nicht überrascht: Es kämen kaum noch reine Verbrennermodelle auf den Markt, erläuterte der Fedamo-Präsident. Zudem sei die Hybrid-Kategorie nicht besonders aussagekräftig – sie reiche von Autos mit geringem bis zu solchen mit hohem Verbrauch fossilen Sprits. Der sogenannte Mildhybrid beispielsweise verfügt nur über einen kleinen Elektromotor, der lediglich unterstützend wirkt; rein elektrisches Fahren ist damit nicht möglich.

Damit die Zahl der Elektrofahrzeuge im Luxemburger PKW-Bestand nicht zurückgeht, schlug die Fedamo bei ihrer Pressekonferenz vor, die bis Juni dieses Jahres geltende Kauf-Prämie nicht nach unten zu revidieren – sie liegt derzeit bei 6 000 Euro. Einen gewissen Weg hat die Elektrifizierung des Fuhrparks bereits zurückgelegt: Vor zehn Jahren machten Elektrofahrzeuge lediglich 0,1 Prozent des Bestands aus; laut den neuesten Zahlen der SNCA ist sie inzwischen bei fast neun Prozent angekommen. Um die Elektromobilität sicherzustellen, müssten die Investitionen in die Ladeinfrastruktur hoch bleiben, rät die Fedamo.
Im Dezember kam jedoch die Frage auf, ob die EU noch ernsthaft an Elektromobilität festhält. Die EU-Kommission schlug vor, neue Verbrenner auch nach 2035 noch zuzulassen. Die Flottenemissionen der Autobauer sollen dabei um 90 Prozent sinken. Der Generaldirektor von Autopolis, Marc Devillet, sieht darin ein Geschenk an deutsche Hersteller, das letztlich aber keine Kehrtwende auf dem Automarkt mit sich bringen werde, wie er im Automoto-Magazin ausführte: Zu fortgeschritten sei die Produktion der Elektroautos. Und die neuesten Modelle aus China „völlig unglaublich“.

Wie schnell sich der Markt für Elektroautos wandelt, hängt auch mit geopolitischen Verschiebungen zusammen. Am Montag wurden neue Leitlinien veröffentlicht, die eine Aufhebung der 2024 von der EU eingeführten Zölle auf chinesische E-Autos vorsehen. Die Zölle waren beschlossen worden, um den Markt der europäischen Hersteller vor subventionierten Fahrzeugen zu schützen. China ist jedoch inzwischen dabei, die Subventionen für Elektroautos zurückzufahren, da der chinesische Markt sich stabilisiert hat. Peking will nun verstärkt ins autonome Fahren investieren, wie Le Monde vergangene Woche berichtete. Auf der anderen Seite des Atlantik ist die Situation hingegen unübersichtlich: Aufgrund der Vorliebe des amerikanischen Präsidenten Donald Trump für fossile Energieträger verbuchen US-Hersteller große Verluste im Bereich der Elektromobilität. Gleichzeitig setzen Tech-Unternehmer wie Elon Musk auf selbstfahrende Elektroautos. In dieser Sandwich-Position müssen europäische Hersteller in innovative Technologien investieren, ohne unmittelbar große Marktanteile erwarten zu können.

Stéphanie Majerus
© 2026 d’Lëtzebuerger Land