130 Konflikte zähle man weltweit, „und diese Zahl steigt weiter an“, bedauerte Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Resilienz, Krisenmanagement und Gleichstellung, die der liberalen MR Belgiens angehört, der Schwesterpartei der DP. Mit Außenminister Xavier Bettel gab sie am Montag eine Pressekonferenz. Der DP-Politiker bedauerte, dass die Menschenrechte weltweit unter Druck stehen, der Multilateralismus in Frage gestellt werde und „das Gesetz des Stärkeren“ sich breit mache. Erstaunlich lange verteidigte er seine Entscheidung, Luxair-Kunden, Staatsbürger und Einwohner der Nachbarstaaten zu Beginn des Irankriegs kostenfrei aus den Golfstaaten ausfliegen zu lassen – „cela peut arriver à n'importe qui, n'oubliez pas que demain vous pourrez être ceux qui ont besoin d'aide“, richtete er an seine Kritiker. Da der Preis für die Aktion zu 75 Prozent von der EU getragen wird, brachte er sie erneut zur Sprache.
Beide unterstrichen die humanitäre Krise in Gaza und Libanon. Dramatisch sei auch die Blockade der Straße von Hormus, da dort Lebensmittel für Krisengebiete in Afrika feststeckten. Belgien und Luxemburg prüfen derzeit den gemeinsamen Kauf und die Lagerung von Hilfsgütern, um Kosten einzusparen. Um eine länderübergreifende Kooperation zu vereinfachen, besuchte die Belgierin am Nachmittag zudem das Rote Kreuz, die Air Rescue und emergency.lu. Hadja Lahbib und Xavier Bettel lobten sich gegenseitig. Lahbib zeige ein „engagement exemplaire“, es fehle ihr nicht an „Empathie“, sagte der Vizepremier. Bettel sei eines „der menschlichsten Gesichter“ innerhalb der EU, erwiderte die frühere Journalistin. Am Tag zuvor nahm sie an der Brüsseler Pride teil und schlug Luxemburg am Montag vor, LGBT-Konversionstherapien wie in Belgien oder den Niederlanden zu verbieten.